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Technologietransfer Osteuropa-China

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In den 1950er Jahren waren die sozialistischen Staaten Osteuropas mit zahlreichen Industrieprojekten an der wirtschaftlichen Entwicklung der VR China beteiligt. Das Projekt untersucht konkurrierende Handlungslogiken und Interessen innerhalb dieser Ost-Ost-Zusammenarbeit und deren Zusammenhang mit der Weltwirtschaft.

Plattform des Technologietransfers: Pavillon der VR China auf der Leipziger Herbstmesse, 1953
Plattform des Technologietransfers: Pavillon der VR China auf der Leipziger Herbstmesse, 1953.

Die VR China und der sowjetische Hegemonialbereich im Kalten Krieg: Industriekooperation, Technologietransfer und politische Konkurrenz im sozialistischen Lager (1949–1989)
Die staatssozialistische Industrialisierung der Nachkriegsjahrzehnte galt in der Geschichtswissenschaft nach 1989 lange als gescheitertes Projekt, dessen weitere Erforschung müßig sei. Globalgeschichtliche Zugänge zum einen und die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der VR China zum anderen machen das Thema nun wieder zunehmend aktuell – trugen doch in den 1950er Jahren sowjetische, ostdeutsche und bulgarische Ingenieure dazu bei, China zum Industriestaat zu entwickeln. Im Rahmen der sino-sowjetischen Allianz bauten Spezialist*innen aus Osteuropa in China zahlreiche Fabriken auf: vom Textilwerk bis zum Stahlkombinat. Beide Seiten tauschten technologisches Know-How aus. Diese Zusammenarbeit in den Kontext politischer Konkurrenz sowohl zwischen den sozialistischen Staaten als auch zwischen Institutionen unterhalb der Regierungsebene zu stellen, ist ebenso Ziel der Forschungen, wie Interessen und Konfliktlinien innerhalb der sozialistischen Bürokratien herauszuarbeiten und die Präsenz des Westens wie der Weltwirtschaft in dieser Ost-Ost-Zusammenarbeit aufzuzeigen. Während sich die empirischen Forschungen des Projekts auf die Periode der engen Partnerschaft konzentrieren, nehmen andere Projektprodukte auch die Phase des chinesisch-sowjetischen Bruchs und der Wiederannäherung ab den 1970er Jahren in den Blick.

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