Viehhirtin mit Kuh und Ziege
Viehhirtin mit Kuh und Ziege

Schwerpunkt

Mensch und Umwelt

Die sichtbare Umgestaltung des östlichen Europa seit dem Übergang von der Antike zum Mittelalter steht im Zentrum des Forschungsschwerpunkts: Wie verändert sich »Materie« unter dem Einfluss politischer, sozialer und ökonomischer Faktoren? Wie gestalten sich interethnische Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung von Siedlungsstrukturen (insbesondere in der »Germania Slavica«)? Wie verändern sich ländliche, städtische und mikroregionale Lebensverhältnisse im Zuge von Modernisierungsprozessen seit dem Mittelalter? Wie wirken sich Konfessionalisierung, Industrialisierung und politische Umbrüche sowie Folgen von Kriegen, Eroberungen und naturbedingten Katastrophen aus?

Verschiedenste Disziplinen arbeiten Hand in Hand, um dem menschlichen Einwirken auf die Umwelt nachzugehen. Miteinander verknüpft werden Methoden, Zugänge und Ansätze der Archäologie, der mittelalterlichen Geschichte, der Byzantinistik, der historischen Ostmitteleuropaforschung, der Linguistik sowie der Architektur- und Umweltgeschichte. Auch naturwissenschaftliche Ansätze, etwa der Geographie, fließen in die Forschungsarbeit ein.

Hacksilber aus Cortnitz
Hacksilber aus Cortnitz

Themenbereiche im Schwerpunkt Mensch und Umwelt

Landesausbau

Während des hochmittelalterlichen Landesausbaus in Ostmitteleuropa wurde die Siedlungs- und Kulturlandschaft weitgehend umgestaltet. Besonders der als »Vergetreidung« bezeichnete Prozess hatte viele soziale und ökologische Folgen, die an ausgewählten Beispielen interdisziplinär erforscht werden.

Landschaftsarchäologie

Verborgene Spuren menschlicher Besiedelung, die räumliche Erschließung des östlichen Europa und die Schaffung von Landschaft durch die Zeiten werden hier erforscht.

Logo Deutsche Forschungsgemeinschaft
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Transottomanica

Siebenbürgen, Moldau und die Walachei, drei dem Osmanischen Reich tributpflichtige Staaten, ihre Verflechtungen und ihr Wissenstransfer stehen im Fokus dieses Themenbereichs.

Logo VW-Stiftung
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Klimageschichte

Die Freigeist-Nachwuchsforschungsgruppe untersucht die Periode rapiden Klimawandels, die als »Dante-Anomalie« bezeichnet worden ist.

Aus der Arbeit im Schwerpunkt Mensch und Umwelt

Wir bloggen…

auf »Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte«.

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Startseite des Mittelalterblogs auf Hypotheses
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Castellum Pannonicum Pelsonense

Gemeinsam mit Partnern geben wir im Schwerpunkt eine Buchreihe zu interdisziplinären Forschungen im mittleren Donaugebiet heraus.

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Büchertisch mit Ausgaben der Reihe Castellum Pannonicum Pelsonense
Büchertisch mit Ausgaben der Reihe Castellum Pannonicum Pelsonense

Friedensschlüsse – neu erforscht

»1000 Jahre Friede von Bautzen«: Eine internationale Konferenz gemeinsam mit dem Sorbischen Institut widmete sich im Januar 2018 dem Ereignis und seinem historischen Kontext. Im Dezember 2018 fand die Konferenz »Ostmitteleuropäische Friedensschlüsse zwischen Mittelalter und Gegenwart« statt. Sie war dem Direktor des GWZO Professor Christian Lübke zu seinem 65. Geburtstag gewidmet.

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Flyerausschnitt zur Konferenz Ostmitteleuropäische Friedensschlüsse zwischen Mittelalter und Gegenwart
Flyerausschnitt zur Konferenz Ostmitteleuropäische Friedensschlüsse zwischen Mittelalter und Gegenwart

Frühzeit Ostmitteleuropas

In Kooperation mit dem Institut für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für Archäologie der Universität Rzeszów geben wir diese Buchreihe heraus. Die Bände präsentieren ein breites Spektrum historischer Phänomene, die sich im Anbruch der ostmitteleuropäischen Geschichte beobachten lassen und die durch schriftliche, archäologische und onomastische Quellen bezeugt sind.

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Team

Die Abteilung Mensch und Umwelt

Forschende aus den Disziplinen Archäologie, Geschichte, Namenkunde und Klimageschichte arbeiten an einer »Umweltgeschichte« des östlichen Europa im engeren Sinne.

Die Abteilung wird von Prof. Dr. Matthias Hardt geleitet.

Gäste

Forschen auf Zeit im Schwerpunkt Mensch und Umwelt

Veranstaltungen

Tagungen, Gastvorträge und mehr im Schwerpunkt Mensch und Umwelt

15.05.2019, 09:00 -
17.05.2019, 18:00

Verwerten - Verarbeiten - Verformen. Recycling von Bunt- und Edelmetall von der Bronzezeit bis zum Mittelalter

4. Internationaler NAHM-Workshop

Ort: GWZO und Halle/Saale

Download PDF
17.06.2019, 09:00 -
18.06.2019, 18:00

Jahrestagung

GWZO-Jahrestagung | Bewältigung von Katastrophen

Ort: GWZO

01.07.2019, 09:00 -
04.07.2019, 18:00

Materialities of the Border: The Emergence of East Central Europe

26th International Medieval Congress

Ort: Leeds

Publikationen

Forschungsergebnisse im Schwerpunkt Mensch und Umwelt

Ort: Wien, Köln, Weimar
Verlag: Böhlau Verlag
Jahr: 2017
ISBN: 978-3-412-50721-3
Open Access

Die Ortsnamen im südlichen Sachsen-Anhalt, in einer Region, die in mittelalterlichen Quellen als Friesenfeld bezeichnet wird, weisen durch das umfangreiche Hersfelder Zehntverzeichnis eine außergewöhnlich alte schriftliche Überlieferung auf. Aber bei weitem nicht alle heute existierenden Orte dieser Region sind in ihm verzeichnet. Der Kontrast zwischen den Namen des Zehntverzeichnisses und dem gesamten Ortsnameninventar sind bislang nur in geringem Maße im Fokus der Forschung. Erst jetzt wird im Rahmen einer Analyse der toponymischen Landschaft nach Namentypen geordnet dargelegt, inwieweit sich die Namen im Zehntverzeichnis durch Besonderheiten auszeichnen. Anknüpfend daran wird der Frage nachgegangen, ob diese Quelle die gesamte im 9. Jahrhundert existierende Siedlungslandschaft manifestiert oder nur einen Ausschnitt aus ihr wiedergibt. Abschließend werden die sich hieraus ergebenden Implikationen für das Verständnis von frühmittelalterlicher Herrschaft diskutiert.

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Ort: Berlin
Verlag: Deutscher Kunstverlag
Jahr: 2017
ISBN: 978-3-422-06958-9

Die Zeit um das Jahr 1000 wird meist als Beginn der Kunstgeschichte in Ostmitteleuropa gesehen: Das Auftreten neuer Fürstendynastien, die über mehrere Jahrhunderte die Geschicke dieser Region bestimmen, und die Annahme des Christentums gaben ebenso Impulse in Bautätigkeit und Kunstproduktion wie Bistumsgründungen und Königskrönungen. Der erste Band des »Handbuch zur Geschichte der Kunst in Ostmitteleuropa« widmet sich diesem Epochenwandel, fragt vor allem aber auch nach dessen Voraussetzungen und Vorläufern. Dazu gehören u.a. die spätantiken und frühmittelalterlichen Kirchen an der östlichen Adria, die Goldschätze der völkerwanderungszeitlichen Eliten, die hochwertigen Schmuckstücke des Reiches der Mährer oder die Alltagskultur der slawischen Völker.