Szoborpark, Denkmal der Räterepublik

Team

Die Abteilung Kultur und Imagination

Forschende aus den Disziplinen Archäologie, Geschichtswissenschaft, Kunst- und Architekturgeschichte, Literaturwissenschaft sowie Geschlechter-, Film- und Kulturgeschichte arbeiten gemeinsam an Fragestellungen einer »visuellen Geschichtskultur« von der Spätantike bis heute im weiteren Sinne.

Die Abteilung wird geleitet von Prof. Dr. Arnold Bartetzky.

Abteilung

Kultur und Imagination

Die Abteilung beschäftigt sich mit kulturellen Mustern und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, die sich in Kunst, Literatur, Architektur und verschiedenen Feldern von Populärkultur und Wissensproduktion artikulieren. Dabei geht es um die Hervorbringung von Imaginationen, die als Bilder im weitesten Sinne verstanden werden, und zugleich um die Bedeutung der Kultur für die Formung von Gesellschaften. Im Mittelpunkt stehen das Visuelle und das Narrative, einbezogen sind aber auch performative Praktiken. Mit diesem Profil bildet die Abteilung einen Rahmen für interdisziplinäre Studien in einem breiten kultur- und geschichtswissenschaftlichen Fächerspektrum.

Die laufenden Forschungen fokussieren die drei Themenfelder »Erbe und Kanon«, »Wissen und Wahrheit« sowie »Zukunftsentwürfe«, die durchweg an aktuelle gesellschaftliche Debatten anknüpfen. Sie sind vielfältig mit den Leitthemen des GWZO verwoben und bieten zugleich wesentliche Anknüpfungspunkte zum Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit«, an dem mehrere Mitarbeiter*innen der Abteilung beteiligt sind.

Stifterbild aus einem Fresko in Kaaden

Themenfelder der Abteilung Kultur und Imagination

Erbe und Kanon

Kulturerbe ist keine Wesenseigenschaft, sondern eine in stetem Wandel befindliche soziale Konstruktion. Das Themenfeld nimmt Erbekonstruktionen und Kanonbildungen in Kunst, Literatur, Musik und Architektur in den Blick.

Zukunftsentwürfe

Ausgehend vom steigenden Interesse an sozialen Utopien werden in einer historischen Langzeitperspektive radikale Konzepte für eine umfassende Umgestaltung von Gesellschaft und Lebenspraxis untersucht.

Wissen und Wahrheit

Angesichts aktueller Kontroversen um Wissensproduktion und Glaubwürdigkeit widmet sich das Themenfeld den Verflechtungen verschiedener Wissenskulturen und Wahrheitsregime zwischen Öffentlichkeit und Fachdiskurs.

Abgeschlossene Forschungsthemen und Projekte

Publikationen

Veröffentlichungen 2017-2021

Aus der Arbeit der Abteilung

Druckfrisch: Geschichte(n) erzählen in Guided Tours

Tour Guides müssen nicht zuletzt eines sein – gute Geschichtenerzähler*innen. Unter dem Titel »Narrating History in Guided Tours« widmet sich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift »Narrative Culture« der Stadt- bzw. Museumsführung als spezifischer, interaktiver Form der Geschichtspräsentation. Das von Sabine Stach (GWZO Leipzig) und Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) als Gastherausgeberinnen zusammengestellte Themenheft versammelt Fallbeispiele aus Prypjat, Belfast, Warschau, Berlin und Gedenkstätten in Deutschland. Es kommen sowohl Wissenschaftler*innen als auch Praktiker*innen sowie unterschiedliche disziplinäre Perspektiven, darunter die Linguistik und die Museumspädagogik, zu Wort.

Narrative Culture 9 (2022) 2. Zum Inhaltsverzeichnis

Neuerscheinung: Architektur und Städtebau in der DDR. Stimmen und Erinnerungen aus vier Jahrzehnten.

Der von Arnold Bartetzky zusammen mit Nicolas Karpf und Greta Paulsen herausgegebene Interview-Band versammelt Gespräche mit Akteur*innen, die in unterschiedlichen Positionen am Planen und Bauen in der DDR mitgewirkt haben. Es sind lebendige Dialoge, die unterschiedliche Perspektiven reflektieren und immer wieder durch die Offenheit der Interviewten beeindrucken. Ergänzt um zahlreiche Bildquellen bietet das Buch vielfältige Einblicke in die Praxis von Architektur und Städtebau in der DDR.

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Architektur und Städteleben in der DDR. Daneben Leipzigs Chefarchitekt Dietmar Fischer.

Forschungsinitiative »Political Epistemologies of Eastern Europe« (PECEE)

Seit 2017 engagiert sich die Forschungsinitiative für die Untersuchung historischer Verflechtungen von Theorien, Praktiken und Figuren der Wissensproduktion in ihren politischen Zusammenhängen.
Aufgrund der dynamischen sozialen, wirtschaftlichen und intellektuellen Entwicklung des östlichen Europa lässt sich die Politik solcher historischer Epistemologien hier an besonders vielfältigen Beispielen analysieren. Dies kann dazu beitragen, auch zeitgenössische Entwicklungen zu verstehen, in denen die Sphären von Politik, Wissen und Forschung kaum mehr voneinander zu trennen sind.
Die Gruppe setzt sich aus Vertreter*innen der Universitäten Erfurt und Wien sowie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und des GWZO zusammen. Unter Beteiligung ehemaliger und gegenwärtiger Abteilungsmitarbeiterinnen wurden seit 2017 wissenschaftliche Tagungen, Forschungsanträge und Publikationen erarbeitet.

mehr erfahren im Themenheft »Berichte zur Wissenschaftsgeschichte« 44/2
Eros bandito von Igor Mitoraj. Die Ausstellung in Warschau, 2004

Echt, echter, am echtesten? Ein Leipziger Hörspaziergang zum Thema Authentizität

An ein wissenschaftsaffines, geschichtsinteressiertes Publikum richtet sich ein Audiowalk durch die Leipziger Innenstadt, den Sabine Stach, Arnold Bartetzky, Karin Reichenbach und Stephan Krause erarbeitet haben. Im Wortsinn en passant werden die Hörer:innen darin für Zuschreibungen des Authentischen im städtischen Raum sensibilisiert. Das Projekt ist Teil einer institutionsübergreifenden Initiative, die im Rahmen des Leibniz-Forschungsverbundes »Historische Authentizität« entwickelt wurde, um dessen Leitfragen leicht verständlich und breitenwirksam zu vermitteln. Der Hörspaziergang, der in Kooperation mit der Firma audiokombinat produziert wurde, ist kostenfrei verfügbar.

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Nikolaikirchhof – Ein Gang über geschichtsträchtiges Pflaster (Foto: Sabine Stach)

Gäste

Forschen auf Zeit am GWZO

Datum/Zeitraum

Veranstaltungen

Tagungen, Gastvorträge und mehr

01.12.2022
14:00 - 15:00

Vortrag

Richard Wagner in Ungarn. Rezeption - Kanonizität - Diskurs

Dr. Stephan Krause

Ort: GWZO Leipzig

Datum/Zeitraum

Ausstellungen

Forschungsergebnisse anschaulich machen

06.02.2020 -
31.03.2020
Historische Postkarte von Leipzig

Das verschwundene Leipzig. Das Prinzip Abriss und Neubau in drei Jahrhunderten Stadtentwicklung

Ort: Kulturstiftung Leipzig, Alte Nikolaischule, Nikolaikirchhof 2, 04109 Leipzig

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Date Start
Historische Postkarte von Leipzig

Die Ausstellung ermöglicht anhand der Abrisswellen die Prozesse der Stadtentwicklung und den Wandel städtebaulicher Leitbilder zu verfolgen – von der
Niederlegung der Wallanlagen seit dem 18. Jahrhundert bis zur Dezimierung des Bauerbes der DDR in der jüngsten Vergangenheit.

Kuratiert von Arnold Bartetzky (GWZO) und Anna Reindl (Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig).

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