Reenactment der Völkerschlacht

Themenfeld

Wissensproduktion und Wahrheitsregime zwischen Öffentlichkeit und Fachwissenschaft

Gegenwärtige Debatten um ein »postfaktisches Zeitalter« spiegeln ein zunehmendes Misstrauen gegenüber akademischem Expertenwissen wider. Dagegen erfreuen sich erfahrungsbasierte und emotionale Zugänge zu Wissen großer Popularität. Das Themenfeld nimmt Wissensproduktion und Erkenntniswege in Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft in den Blick und fragt nach den zeitspezifischen Kontexten von Plausibilität, Faktizität und Legitimität. Welche Rolle spielen Emotionen, Imaginationen, Genealogien, Materialität und mediale Eigenlogiken für die Entstehung epistemischer Autorität? Wie korrespondieren oder konkurrieren publizistische, populäre und wissenschaftliche Deutungspraktiken? Die Untersuchungen widmen sich insbesondere der Hervorbringung und Beglaubigung von historischen Narrativen zwischen Öffentlichkeit und Fachwissenschaft.

Forschungsthemen

Dem Kommunismus auf der Spur

In historischen Stadtführungen wird Geschichte raumgebunden, mündlich und interaktiv erzählt. Am Beispiel der Präsentation des Staatssozialismus in kommerziellen Communism Tours untersucht das Projekt die Popularisierung, Kommodifizierung und Authentisierung von Zeitgeschichte in der gegenwärtigen Tourismusindustrie.

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Geschichte als Ahnenkult

Im Zuge der Pluralisierung von Geschichtszugängen gelangen auch Vergangenheitsentwürfe von den rechten Rändern zunehmend in den Mainstream öffentlicher Geschichtskultur. Das Projekt untersucht, wie ethnizistischer und rassistischer Ahnenkult in populär- und subkulturellen Geschichtspraktiken rechtsextreme Ideen in die Mitte der Gesellschaft tragen kann.

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