Historische Postkarte von Leipzig

Ausstellung | 06.02.2020 - 31.03.2020

Das verschwundene Leipzig. Das Prinzip Abriss und Neubau in drei Jahrhunderten Stadtentwicklung

Das verschwundene Leipzig dürfte kaum kleiner sein als das existierende. Das liegt nicht in erster Linie an den Kriegszerstörungen, sondern vor allem an dem Prinzip Abriss und Neubau, das sich wie ein roter Faden durch die Leipziger Stadtentwicklung zieht. Im Laufe der Jahrhunderte wurden hier immer wieder immense Baumassen für neue Gebäude oder Verkehrsanlagen abgeräumt. Beim Anblick der zerstörten Bauten auf historischen Fotografien und Stichen kann man sich manchmal die Haare raufen. Das ist in der Ausstellung auch erlaubt, es steht allerdings nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es vor allem darum, anhand der Abrisswellen die Prozesse der Stadtentwicklung und den Wandel städtebaulicher Leitbilder zu verfolgen – von der Niederlegung der Wallanlagen seit dem 18. Jahrhundert über den großangelegten Stadtumbau in der Kaiserzeit, die Modernisierung in der Zwischenkriegszeit und die Beseitigung vieler Baudenkmäler in den Nachkriegsjahrzehnten bis zur Dezimierung des Bauerbes der DDR in der jüngsten Vergangenheit.

Die Ausstellung ist aus einem Seminar mit Studierenden der Kunstgeschichte an der Universität Leipzig hervorgegangen. Kuratiert von Arnold Bartetzky (GWZO) und Anna Reindl (Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig) in Kooperation mit der Kulturstiftung Leipzig.

Ort: Kulturstiftung Leipzig, Alte Nikolaischule, Nikolaikirchhof 2, 04109 Leipzig