Thema

Sozialistische Entwicklungswege

SFB 1199

Die Teilstudie des SFB-Teilprojektes »Sozialistische Entwicklungsmodelle für die ›Dritte Welt‹« untersucht die wirtschaftlichen Beziehungen wichtiger Länder des »Ostblocks« mit ausgewählten Ländern des Globalen Südens seit der Dekolonisierung.

Sputnik
Wasserkraftwerk Naglu am Fluss Kabul, das in Zusammenarbeit mit der UdSSR gebaut wurde. Republik Afghanistan. 1974. © Sputnik-Bilder

Die »Dritte Welt« als Laboratorium für sozialistische Entwicklungswege
Ziel ist es, die Bedeutung von Wirtschaftsbeziehungen für (Neu-)Verräumlichungsprozesse im Kalten Krieg zu ermitteln. Von zentralem Interesse ist dabei, wie sich staatssozialistische Entwicklungsmodelle unter den Bedingungen des Globalisierungsschubes der 1970er Jahre verändert haben und welchen Einfluss dies auf ihre Anziehungskraft für Länder der »Dritten Welt« hatte. Zugleich interessiert die Frage, inwieweit die sog. »Dritte Welt« als Experimentierfeld für eine Modernisierung sozialistischen Wirtschaftens diente und die dort gemachten Erfahrungen auf Krisendiskurse und Reformdebatten in den sozialistischen Ländern zurückwirkten.
Im Fokus der Forschungen stehen die Handlungen und Rezeptionen der aus den staatssozialistischen Länder in den »globalen Süden« entsandten Ökonom*innen, Ingenieur*innen und Techniker*innen, die in Außenhandelsunternehmen, als Berater*innen oder im Rahmen von Investitionsprojekten tätig waren . Mit der Rekonstruktion von Biographien und Netzwerken dieser Akteur*innen, ihrer geographischen und beruflichen Mobilität sollen Muster einer bislang wenig beachteten Ost-Süd-Interaktion deutlich gemacht werden.

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