Thema

Benachbarte militärische Okkupationen

Dieses ERC-Projekt untersucht vergleichend den historischen Verlauf und die gegenwärtige Entwicklung der 22 Fälle von benachbarten militärischen Okkupationen (NMO). Dabei stehen sowohl abgeschlossene als auch laufende NMO im Mittelpunkt, von 1945 (Verabschiedung der UN-Charta) bis zur jüngsten NMO Russlands auf der Krim (2014) oder der Türkei in Nordsyrien (2016).

Benachbarte militärische Okkupationen (NMO) 1945–2021: Wie enden sie?

NMO sind Gebiete, die von geografisch benachbarten Mächten besetzt sind, die keine anerkannten internationalen Titel für die von ihnen eroberten Gebiete besitzen. Seit der Verabschiedung der UN-Charta im Jahr 1945 hat es 22 international anerkannte NMO gegeben. Davon endeten 13 Fälle mit dem Rückzug der Besatzer aus den Gebieten, die sie militärisch an sich gerissen hatten. 9 NMO sind noch im Gange.

NMO unterscheiden sich stark von »klassischen« Besatzungen aus der Ferne (z. B. die USA im Irak 2003–2011 oder in Afghanistan 2001–2021). Im Gegensatz zu »klassischen« Besatzern erheben sie meistens Eigentumsansprüche auf die angrenzenden Gebiete, die sie gewaltsam an sich reißen. Und während »klassische« Besatzer dazu neigen, demografische Veränderungen zu vermeiden, leiten die meisten benachbarten Besatzer solche Veränderungen bewusst ein, indem sie ihre eigene einheimische Bevölkerung in die besetzten Gebiete umsiedeln oder Einheimische aus diesen Gebieten vertreiben (oder beides). Ziel dieses Projekts ist es, zu verstehen, welche Faktoren den Rückzug der Besatzer aus den NMO auslösen können.

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