Themenfeld

Positionierungen in internationalen Organisationen und Konflikten

In neueren Forschungen über die Geschichte internationaler Organisationen und die Neuordnung der Welt nach den »großen« – heißen wie kalten – Kriegen des 20. Jahrhunderts ist die lange dominierende Konzentration auf die Bipolarität des West-Ost-Konfliktes ebenso erweitert worden, wie die traditionelle staatszentrierte Perspektive. Ins Zentrum rücken zunehmend Fragestellungen, die auf Anliegen, Positionierungen, Handlungsspielräume von Akteuren aus aller Welt ebenso zielen, wie auf deren multiplen nationalen, staatlichen, politischen und professionellen Zugehörigkeiten.

In diesem Rahmen wird das breite Spektrum osteuropäischer Beteiligungen an internationalen und regionalen Organisationen untersucht, die sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zu Knotenpunkten von Interaktionen sowie zu zentralen Arenen der Regulierung von grenzüberschreitenden Problemlagen und Konfliktkonstellationen entwickelt hatten. In Bezug auf die globalen Neuordnungen im Gefolge von internationalen Konflikten wird erforscht, welche osteuropäischen Expertisen über die »Welthaltigkeit« von regionalen Problemlagen entwickelt wurden und auf welche Kapazitäten an »Weltgängigkeit« bei ihrer überregionalen Lösung zurückgegriffen werden konnte.

Forschungsthemen

Benachbarte militärische Okkupationen

Dieses ERC-Projekt untersucht vergleichend den historischen Verlauf und die gegenwärtige Entwicklung der 22 Fälle von benachbarten militärischen Okkupationen (NMO). Dabei stehen sowohl abgeschlossene als auch laufende NMO im Mittelpunkt, von 1945 (Verabschiedung der UN-Charta) bis zur jüngsten NMO Russlands auf der Krim (2014) oder der Türkei in Nordsyrien (2016).

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Fachexpertise im internationalen Raum

Untersucht werden polnische Experten, die in den Sekretariaten des Völkerbundes sowie der Vereinten Nationen Schlüsselpositionen innehatten und diese in Rückgriff auf ihre (trans-)regionalen Vernetzungen für alternative Sachpolitik sowie zur Umgestaltung der internationalen Beziehungen nutzten.

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Osteuropas turns und shifts in globalen Neuordnungsversuchen

Zu rekonstruieren und zu erklären, wie die im Jahrhundert nach dem Ersten Weltkrieg im östlichen Europa zu beobachtenden Umbrüche – vom postimperial turn, dem ein communist shift folgte, bis zum postsocialist turn, dem ein populist shift folgte – die Versuche zur politischen Neuordnung der Welt prägten, ist Ziel der Forschungen.

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RGW und Weltwirtschaftsordnung

Untersucht werden die Wirtschaftsbeziehungen der europäischen RGW-Staaten zu Ländern des Globalen Südens, das Agieren von osteuropäischen Unternehmen auf den europäischen und globalen Verkehrsmärkten sowie die politischen und wissenschaftlichen Bemühungen um Veränderungen in der Weltwirtschaftsordnung.

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Staatsbürgerschaft in den Randgebieten des Russischen Kaiserreichs

Dieses Projekt untersucht die Einführung der russischen Staatsbürgerschaftspolitik in den Provinzen (Oblasten) Kars und Batum, die durch den Berliner Vertrag Russland zugesprochen wurden. Es betrachtet zum einen den Umgang verschiedener religiösen und ethnischen Gruppen mit dieser Verschiebung und der russischen Verwaltung, zum anderen wie ihre transregionalen und transimperialen Verbindungen und Mobilitäten das Funktionieren der russischen Herrschaft prägten.

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