Thema

Sozialistische Außenwirtschaft

SFB 1199

Die Teilstudie des SFB-Teilprojektes »Sozialistische Entwicklungsmodelle für die ›Dritte Welt‹«  untersucht die Veränderungen von sozialistischer Außenwirtschaftstheorie und -politik unter dem Einfluss sich intensivierender wirtschaftlicher Verflechtungen der RGW-Staaten mit dem »Westen« und dem globalen Süden in den 1960er und 1970er Jahren.

Evsei Liberman, 1967
Yevsei Liberman, Soviet economist, 1967. Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANeFo), 1945-1989. © Commons Wikimedia

Über Außenhandel sprechen: Wie östliche Ökonomen begannen im Kalten Krieg den globalen Handel anzunehmen
Dem Außenhandel kam im stalinistischen Entwicklungsmodell keine wertschöpfende Funktion zu. Im Zuge der Dekolonisierung sahen sich viele sozialistische Länder Osteuropas in den 1960er Jahren mit dem Wunsch ehemaliger Kolonien konfrontiert, das gegenseitige Handelsvolumen zu steigern und Institutionen der Wirtschaftslenkung und Entwicklung in Ländern Asiens und Afrikas aufzubauen. Dies traf auf ihren Willen, den eigenen Einfluss im Kalten Krieg auszubauen, erforderte jedoch eine Rekonzeptionalisierung des eigenen Entwicklungsmodells, vor allem der Rolle des Außenhandels. Das Forschungsprojekt untersucht die Verbindung zwischen Wissensproduktion und Adaption auf dem Feld der Ökonomie in den Ländern des Ostblocks. Als Zugang hierzu dienen Debatten über die Rolle des Außenhandels für die Entwicklung eines »sozialistischen Weltsystems« sowie deren Überführung in konkrete Reformversuche. Zum einen werden weit verbreitete Annahmen über die dogmatische Starrheit des Staatssozialismus und die Rolle der Gesellschaftswissenschaften in diesem System in Frage gestellt. Zum anderen geht es um den Umgang mit Wissen in autoritären Regimen.

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