Themenfeld

Transnationale Wissenstransfers und akademische Kooperationen

Wissens- und Wissenschaftsgeschichte wird international zunehmend in transnationaler Perspektive neu und vertiefend erforscht. Diesem Trend entsprechen Untersuchungen jener grenzüberschreitender Transfers und Austauschbeziehungen in der Wissensproduktion und -zirkulation des östlichen Europa, die in besonderem Maße von globalen Bezügen geprägt sind. In den Analysen von ausgewählten Teilbereichen der Geschichts-, Gesellschafts-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften werden ideen-, sozial- und institutionenbezogene Ansätze mit Fragestellungen aus der transnationalen und Globalgeschichte verbunden.

Drei Dimensionen stehen dabei im Mittelpunkt: (1) die Zirkulation und Rezeption von Wissen aus dem östlichen Europa; (2) Wissen über die Region jenseits ihrer Grenzen sowie (3) transregionale und internationale Kooperationen, die Wissenschaftler*innen aus der Region aufbau(t)en bzw. mitgestalt(et)en. Ziel ist ein Verständnis des östlichen Europa als ein hochgradig verflochtener und weltweit prägender Wissens-Raum, verbunden mit Reflexionen darüber, wie Osteuropa in den Geschichts-, Sozial-, Regional- und Kulturwissenschaften als Region bis heute konstruiert wird. 

Forschungsthemen

Außenhandelstheorie und -politik im Staatssozialismus

SFB 1199

Untersucht wird die Verbindung zwischen Wissensproduktion und Wissensadaption auf dem Feld der Ökonomie in den Ländern des Ostblocks. Im Fokus stehen Debatten über die Funktion des Außenhandels bei der Entwicklung eines »sozialistischen Weltsystems« und die daraus abgeleiteten konkreten Reformversuche im östlichen Europa.

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Eiszeitforschung und Vogelkunde

Mit dem Ziel, die Geschichte der Erforschung von unbelebter und belebter Natur im östlichen Europa mit der Kulturgeschichte der Region zu verbinden, richten sich die wissenschaftshistorischen Forschungen vor allem auf transnationale Verflechtungen in der Glazialgeologie und der Ornithologie.

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Gesellschaftswissenschaften und Sozialismus in der Welt

Wie die Gesellschaftswissenschaften der sozialistischen Länder Osteuropas im Kalten Krieg auf die sich wandelnden Nord-Süd-Beziehungen reagierten, steht im Fokus der Forschungen. Untersucht werden osteuropäische Akteure und Institutionen der Entwicklungs-Forschung sowie die internationale Zirkulation ihrer Konzepte und Analysen, vor allem in den wissenschaftlichen Netzwerken der UNESCO.

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Historiographiegeschichten

In der Geschichte der Historiographien des östlichen Europa ist gegenwärtig ein Trend zur (Re)Nationalisierung beobachtbar. Dagegen die langen Traditionen grenzüberschreitenden Austausches von Historiker*innen aus der Region zu rekonstruieren sowie zugleich auf deren rege Beschäftigung mit der Geschichte der Welt zu verweisen, ist Ziel der Forschungen.

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