Prof. Dr. Stefan Troebst, stellvertretender Direktor des GWZO

Prof. Dr. Stefan Troebst

Stellv. Direktor
+49 (0) 341 97 35 584

Zur Person

Studium der Geschichte, Slavistik, Balkanologie, Politische Wissenschaft und Islamwissenschaften an der Freien Universität Berlin sowie an den Universitäten in Tübingen, Sofia (Bulgarien), Skopje (Jugoslawien, heute Makedonien) und an der Indiana University in Bloomington, (U.S.A.); Promotion zum Thema »Mussolini, Makedonien und die Mächte 1922-1930. Die ›Innere Makedonische Revolutionäre Organisation‹ in der Südosteuropapolitik des faschistischen Italien«; Wiss. Mitarbeiter sowie Hochschulassistent für Osteuropäische Zeitgeschichte am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin; Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Habilitation mit dem Thema »Handelskontrolle – ›Derivation‹ – Eindämmung. Schwedische Moskaupolitik 1617-1661« (im Druck Wiesbaden 1997); nach Lehrstuhlvertretung für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr Hamburg und Heisenberg-Stipendium der DFG seit 1999 Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas an der Philologischen Fakultät der Universität Leipzig. Seit 2015 Professor für Kulturgeschichte für das östlichen Europa an der dortigen Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie.

Ebenfalls seit 2015 Stellvertretender Direktor am GWZO und Leiter des Masterstudiengangs »European Studies« am Global and European Studies Institute der Universität Leipzig.

Tätigkeiten im Schnittbereich von Wissenschaft und Politik

  • Deutsches Mitglied in den Langzeitmissionen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Makedonien und Moldova im Auftrag des Auswärtigen Amtes

  • Berater der vom Carnegie Endowment for International Peace und dem Aspen Institute Berlin eingerichteten International Commission on the Balkans

  • Gründungsdirektor des dänisch-deutschen European Centre for Minority Issues (ECMI) in Flensburg (1996-1998)

  • Honorarkonsul der Republik Kosovo für Sachsen und Sachsen-Anhalt

Arbeitsschwerpunkte

  • Prägung des modernen Völkerrechts durch die Konfliktgeschichte des östlichen Europa
  • Erinnerungskulturen und Geschichtspolitiken in Ost- und Westeuropa
  • Kollektive Identitäten im Ostmittel- und Südosteuropa der Nach-»Wende«-Zeit
  • Das östliche Europa im Ost-West-Handel der Frühen Neuzeit
  • Armenier im östlichen Europa
  • Internationale Organisationen und ethnopolitische Konflikte im Osteuropa der Gegenwart
  • Südosteuropa in den internationalen Beziehungen der Zwischenkriegszeit
  • Nationalismus und Historiographie auf dem Balkan

Aktivitäten in Forschungsverbünden

Projektleiter (mit Frank Hadler und Uwe Müller) am Sonderforschungsbereich 1199 »Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen« an der Universität Leipzig für das Teilprojekt B03 »Ost-Süd-Beziehungen im globalen Kalten Krieg: Wirtschaftliche Aktivitäten und regionalwissenschaftliche Interessen ostmitteleuropäischer RGW-Länder in Afrika«.

Funktionen

  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung

  • Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Clio.online – Historisches Fachinformationssystem e. V.

  • Associate Fellow des Robert Bosch-Zentrums für Mitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

  • Socius externus Societatis Scientiarum Fennica, Helsinki

  • Fellow of the World Academy for Rusyn Culture

  • Principal Investigator des DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs 1199 »Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen« der Universität Leipzig

Mitgliedschaften

Reihen- und Zeitschriftenherausgeberschaften

Lehre

Leiter des Masterprogramms »European Studies« am Global and European Studies Institute (GESI) der Universität Leipzig, dort sowie in den Studiengängen »Kulturwissenschaften«,  »Geschichte«, »Slavistik« und »European Integration in East Central Europe« Lehrveranstaltungen.

Aktuelle Themen

Publikationen

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Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2018
ISBN: 978-3-412-21104-2

Der Auftaktband der neuen Reihe präsentiert zentrale Texte zur Erforschung der armenischen Geschichte und Kultur teilweise erstmalig in deutscher Übersetzung. Diese Anthologie spiegelt in ihrer breiten thematischen Ausrichtung die zahlreichen historischen und aktuellen Facetten der Erforschung der Armenier in Osteuropa zwischen Narva und der Krim, zwischen Armenierstadt und Astrachan.

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Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2017
ISBN: 978-3-412-50724-4

Der von dem Mechitaristenmönch Minas Bžškeanć verfasste Reisebericht ist in seinem Genre das erste Gesamtwerk über die Armenier des östlichen Europa. In dem Text schildert der Mönch seine Beobachtungen und konstruiert eine Theorie über die gemeinsame Herkunft der im östlichen Europa lebenden Armenier seiner Zeit. Der 1830 in Venedig herausgegebene Band ist eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen armenischen Gemeinden Ostmittel-, Südost- und Osteuropas und ihres materiellen und kulturellen Erbes. Das Buch ist in drei Hauptteile gegliedert. Nach einem ausführlichen Vorwort folgt die Geschichte der Armenier im Mittelalter und ihrer Verbreitung in Russland, Polen, auf der Krim, in Galizien, Siebenbürgen, Bukowina, Banat, Moldawien, Bessarabien, Bulgarien in Folge der Eroberungen ihres armenischen Kernlandes durch die Seldschuken und die Mongolen. Die Ausgabe bietet eine vollständige deutsche, kommentierte Übersetzung des mittelarmenischen Textes und ist somit die erste Übertragung des Reiseberichts in eine Fremdsprache.

Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2017
ISBN: 978-3-412-50757-2
Open Access

Im Zuge von Weltgeschichtsschreibung, Transnationalisierungsforschung und "neuen" Area Studies ist die im deutschsprachigen Raum vertretene historische Teildisziplin Osteuropäische Geschichte zum einen unter Legitimationszwang geraten, zum anderen aber von eben diesen global orientierten Forschungsrichtungen als paradigmatischer Prototyp entdeckt worden. Im Kontext von Bezugsrahmen wie "Eurasien" und "zweite Welt", ja selbst "Europa" oder "nördliche Hemisphäre", ist das Erkenntnispotential der seit hundert Jahren gut etablierten historischen Osteuropaforschung samt ihren Foci auf Ostmitteleuropa, Südosteuropa, Nordosteuropa und den ostslawischen Raum, aber auch auf den Kaukasus und Zentralasien sowie bezüglich der Verflechtung mit anderen Weltregionen, zum einen erkannt wie es zum anderen genutzt wird. Dies gilt nicht zuletzt für die in der besagten Teildisziplin entwickelte Konzeption der Geschichtsregion, welche mittlerweile nicht nur von anderen Europahistorikern, sondern auch von Vertretern weiterer historischer Disziplinen - historische Soziologie, Zivilisationsgeschichtsschreibung, Kunstgeschichtsforschung, Literaturgeschichte, Anthropogeographie u. a. - kreativ adaptiert wird. Der Band belegt sowohl die Sinnhaftigkeit der geschichtsregionalen Konzeption "östliches Europa" (samt ihren Untergliede-rungen) im intraregionalen Kontext als auch deren Konstituierung durch die Interaktion mit angrenzenden historischen Meso-Regionen.

Cover_Arm03_2016_Troebst_Siekierski_Post-SocialistEurope.png

Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2016
ISBN: 978-3-412-50155-6

This path-breaking volume presents articles on the modern Armenian diaspora in post-socialist Europe, including the Baltic States, Belarus, Bulgaria, the Czech Republic, Hungary, Moldova, Poland, Romania, Russia and Ukraine. Specialists from the fields of cultural anthropology, sociology, and area studies offer their insights into current developments of Armenian communities which, although located within common post-socialist time-space, differ from one another significantly in terms of their historical background, identity politics, and socio-cultural characteristics.