Thema

Kanonkonstruktionen

In den europäischen Ländern basieren die im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts geformten Kanones in Literatur und Kunst nicht zuletzt auf kulturpolitischen Überlegungen. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage nach den zugrunde liegenden kulturellen Identitätskonstruktionen.

Heldenstraße (Hős utca) in Budapest

Repräsentation und Identifikation. Kanonkonstruktionen in Literatur, bildender Kunst und Musik

Den Gegenstand der Studien bilden die seit dem 19. Jahrhundert geformten Kanones in Literatur, bildender Kunst und Musik. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die auf Identitätskonstruktion zielenden kulturpolitischen Motive, die der Kanonbildung zugrundliegen. Die Aufmerksamkeit gilt dabei den Argumentationsmustern, konkurrierenden Konzepten, den offenen oder auch verdeckten Einflussnahmen verschiedener Akteure und nicht zuletzt der Kritik des Kanons. Gefragt wird auch nach epochen-, länder- und gattungsübergreifenden Parallelen in den Kanonisierungsvorgängen. Den Ausgangspunkt bilden literarische Kanones, deren Formung besonders häufig von heftigen, über die Fachwelt hinausreichenden und vielfach hochpolitischen Debatten begleitet wird. Es werden aber auch Kanones in bildender Kunst und Musik einbezogen und disziplinübergreifend analysiert, bei deren Konstruktion sich vergleichbare Muster beobachten lassen.

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