Handbuch transnationale Geschichte Ostmitteleuropas

Handbuch einer transnationalen Geschichte Ostmitteleuropas

- das auf mehrere Bände angelegte Publikationsprojekt ist der international erste Versuch, die Geschichte der Transnationalisierung einer europäischen Großregion zusammenfassend darzustellen. 

Cover des Handbuchs einer transnationalen Geschichte

Band I über die Zeit von der Entstehung der »global condition« in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg ist 2017 erschienen. Analysiert und nachgezeichnet werden darin die Vielfältigkeit transnationaler Verflechtungen innerhalb Ostmitteleuropas sowie mit anderen Teilen des Kontinents und der Welt. Den als Schlüsseldimensionen transnationaler Geschichte untersuchten Bereichen Territorialisierung, Migration, Kultur, Wirtschaft und Internationale Organisationen ist jeweils ein Kapitel für die historische Darstellung sowie eines für die Präsentation des Forschungsstandes gewidmet. Ziel war es etablierte nationalgeschichtliche Narrative ebenso in Frage zu stellen, wie die in der Globalgeschichte häufig dominierende Vorstellung eines Entwicklungsgefälles zwischen West und Ost.

Verantwortlichkeiten und Autorenschaften für die einzelnen Schwerpunkte des Handbuches sind wie folgt verteilt: Herausgabe und Einleitung: Frank Hadler (GWZO) und Matthias Middell (Universität Leipzig), Territorialisierung: Frank Hadler, Matthias Middell und Uwe Müller (GWZO), Migration: Michael G. Esch (Berlin), Kultur: Beáta Hock (GWZO), Wirtschaft: Uwe Müller, Internationale Organisationen: Katja Naumann (GWZO).

 

Stimmen zum Handbuch

»Die fünf Dimensionen von Transnationalität – Territorialisierung, Migration, Kultur, Wirtschaft und Internationalismus – sind für das Handbuch gut ausgewählt, nicht obwohl, sondern gerade weil diese zugleich klassische Gegenstände der Globalgeschichte bezeichnen. Vor der Folie der Globalgeschichte erweist sich die Transnationalisierungsforschung als mehr als nur deren ›wissenschaftlicher Ergänzungsraum‹. Dies zeigt das Handbuch eindrücklich mit der vergleichenden Darstellung des Russländischen, habsburgischen und deutschen Reichs für Ostmitteleuropa, die für Fragestellungen der Global-, Imperien-, Nationalgeschichte und der ›area studies‹ anschlussfähig ist und durch einen umfangreichen Teil zum Forschungsstand ergänzt wird.
Zwischen den Geschichtserzählungen über Welt, Imperien und Nationalstaaten liegen zahlreiche Zwischenstufen von Staatlichkeit, politischer und nicht-staatlicher Verräumlichung sowie von nationalen, sozialen und politischen Verflechtungen und Vergemeinschaftungen, die in der Forschung oft genug unter den Tisch fallen. Es macht die Stärke des Forschungsinteresses an Transnationalität aus, zur Wahrnehmung und zum Verständnis dieses ›Dazwischen‹ innovative Fragen und weiterführende Erkenntnisse zu liefern.«
aus der Rezension von Jana Osterkamp, in: Bohemia, 58 (2018), S. 381.

»Als Handbuch für Studierende, aber für auch für alle anderen Interessierten kann man den Band fraglos empfehlen.«
aus der Rezension von Catherine Horel, in: Comparativ 2017/2, S. 122.

»Alle durchweg auf höchstem Niveau verfassten Beiträge zeigen somit exemplarisch, wie fruchtbar eine Transnationalisierungsgeschichte für Ostmitteleuropa genutzt werden kann und stellen damit das immer noch auf Ostmitteleuropa applizierte Zentrum-Peripherie-Konzept und das Rückständigkeitsparadigma in Frage. Sie zeigen, dass gerade transnationale Querverflechtungen jenseits der Verbindungen zum jeweiligen Zentrum eine wichtige Ressource für die regionalen Entwicklungen waren. Hiermit eröffnet das Handbuch, das heute schon als Standardwerk gelten darf, den Blick auf zukünftige Forschungsfelder.«
aus der Rezension von Heidi-Hein Kircher, in: Historische Zeitschrift 306 (2): 2018, S. 582.

Gegenwärtig arbeiten mehrere Mitarbeiter*innen der Abteilung gemeinsamen mit externen Autoren am zweiten Band des Handbuchs, der die Zeit von 1914/18 bis 1945/48 behandelt. Band III wird dem Zusammenhang zwischen Staatssozialismus in Ostmitteleuropa und globalem Kalten Krieg gewidmet sein.  

Kontakt

Abteilung Verflechtung und Globalisierung