Thema

Institutionen und Kulturen des Wirtschaftens

Untersucht werden Transfers von ökonomischen Institutionen in das östliche Europa und deren Adaption an regionale Rahmenbedingungen, Wertvorstellungen und Handlungsmuster. Ziel sind Antworten auf die Frage nach der Rolle von Verflechtungs- und Globalisierungsprozessen für die Herausbildung und Entwicklung regionalspezifischer Kulturen des Wirtschaftens.

Institutionentransfers und kulturelle Prägung von Wirtschaftsordnungen
Die Rezeption westlicher Vorbilder und Konkurrenten spielte für die Entwicklung der Wirtschaftsordnungen und die Ausgestaltung wirtschaftlich relevanter Institutionen in den Imperien und Nationalstaaten des östlichen Europa eine wichtige, sich im Zeitverlauf wandelnde Rolle. Seit dem 19. Jahrhundert erfolgten sowohl Transfers wirtschaftsliberaler Ideen als auch Bemühungen, mittels staatlicher Eingriffe (vermeintlich) fehlende sozio-kulturelle Voraussetzungen für die Initiierung und Fortführung wirtschaftlicher Modernisierungsprozess zu substituieren.

Die Forschungen nehmen das Rückständigkeitsparadigma in dem Maße ernst, wie es für osteuropäische Akteure handlungsleitend war. Sie konzentrieren sich allerdings auf die Rekonstruktion der Transfers und der Adaptionen der Institutionen selbst. Untersucht werden staatliche Pläne regionaler Entwicklung nach 1918, 1945 und 1989 sowie die Rolle von Kreditgenossenschaften in der agrarischen Modernisierung und der nationalen Wirtschaftspolitik während der Zwischenkriegszeit. Letztlich geht es um die Fragen, inwiefern im östlichen Europa spezielle Kulturen des Wirtschaftens entstanden sind und welche Rolle dabei neben der regionalen Zugehörigkeit auch Verflechtungs- und Globalisierungsprozesse spielten.

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