Die Abbildung zeigt erste Skizzen für eine Ausstellungshängung des Projekts
Die Abbildung zeigt erste Skizzen für eine Ausstellungshängung des Projekts

Exhibition | 01.01.2020 - 31.12.2023

Leningradski feminism 1979. Ausstellung zur Leningrader Frauenbewegung

1979 fanden sich ein paar Frauen in einer Leningrader Küche zusammen. Sie stellten im Selbstverlag die Zeitschriften »Die Frau und Russland« und »Marija« her. Sie berichten über den bedrückenden Alltag in sowjetischen Kommunalwohnungen, über strukturelle Gewalt und setzen dem ein Philosophieren und Dichten entgegen. Die Zeitschriften wurden in den Westen geschmuggelt und stießen bei der dortigen Frauenbewegung auf großes Interesse. Die Autorinnen wurden jedoch vom KGB verfolgt, zur Emigration gezwungen oder zu Lagerhaft verurteilt.

Die Ausstellung erinnert an die Geschichte der Frauenbewegung in Sowjetrussland und lädt jüngere und ältere Menschen zu einem Dialog über die Geschichte der Frauenbewegung in Russland ein. Im Zentrum stehen die Themenkomplexe: Situation der sowjetischen Frauen um 1979; Wege zur Frauenbewegung; Herausgabe der Zeitschriften und Bücher im feministischen Samisdat; Philosophie der Leningrader Frauenbewegung; staatliche Reaktion und Situation im Gulag sowie ein Ausblick auf die aktuelle Situation. In Videointerviews erzählen die Autorinnen, ihre Familienangehörigen und die westlichen Unterstützerinnen über ihre damaligen Erfahrungen. Junge Genderaktivist*innen und Expert*innen kommentieren und erläutern den Kontext.

Das Ausstellungsprojekt wird von der Kulturwerkstatt »Žaba / Die Kröte« - einem internationalen Netzwerk aus ca. 35 Wissenschaftler*innen, Autorinnen, Betroffenen und Spezialist*innen unter der Leitung von Philipp Venghaus (DAAD-Stipendiat am GWZO) und der russischen Germanistin und Kulturwissenschaftlerin Olessja Bessmeltsewa und mit Unterstütztung des GWZO erarbeitet und durchgeführt.

Organizer: GWZO

Ort: St. Petersburg

Presentation: Analog