Thema

Technologietransfer RGW-China

Logo BMBF

In den 1950er Jahren waren die sozialistischen Staaten Osteuropas mit zahlreichen Industrieprojekten an der wirtschaftlichen Entwicklung der VR China beteiligt. Das Projekt untersucht konkurrierende Handlungslogiken und Interessen innerhalb dieser Ost-Ost-Zusammenarbeit und deren Zusammenhang mit der Weltwirtschaft.

Die VR China und der sowjetische Hegemonialbereich im Kalten Krieg: Industriekooperation, Technologietransfer und politische Konkurrenz im sozialistischen Lager (1949–1989)

Die (staats-)sozialistische Industrialisierung der Nachkriegsjahrzehnte galt Historiker*innen nach 1989 lange als gescheitertes deviantes Modernisierungsprojekt, dessen weitere Erforschung müßig ist. Transnationale und globalgeschichtliche Zugänge zum einen und die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der VR China zum anderen machen das Thema nun wieder zunehmend aktuell – trugen doch in den 1950er Jahren auch sowjetische, ostdeutsche und bulgarische Ingenieure zur Entwicklung Chinas zum Industriestaat bei. Im Rahmen der Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit wurde technologisches Know-How transferiert, und im Rahmen größerer Industrieprojekte bauten und modernisierten Spezialisten aus Osteuropa zahlreiche Fabriken vom Textilwerk bis zum Stahlkombinat in China. Das Projekt stellt diese Industriekooperationen und Technologietransfers in den Kontext politischer Konkurrenz sowohl zwischen den sozialistischen Staaten als auch zwischen Institutionen unterhalb der Regierungsebene. Ziel ist es, Interessen und Konfliktlinien innerhalb der sozialistischen Bürokratien herauszuarbeiten und die Präsenz des Westens und der Weltwirtschaft in dieser Ost-Ost-Zusammenarbeit hinter dem scheinbar»Eisernen Vorhang« aufzuzeigen. Während sich die empirischen Forschungen des Projekts auf die Periode der engen Partnerschaft im beginnenden Kalten Krieg konzentrieren, nehmen Tagungen und Gemeinschaftspublikationen auch die Phase des chinesisch-sowjetischen Bruchs und der Wiederannäherung ab den 1970er Jahren in den Blick.

Projektleiter: Prof. Dr. Stefan Troebst

Bearbeitet von: