Thema

Der Luxemburger und die Bürger

Das Vorhaben untersucht die Implementierung der Herrschaft der Dynastie der Luxemburger anhand der Interaktion zwischen König Johann und den böhmischen Städten in vergleichender europäischer Perspektive.

Büste Johanns von Luxemburg

Johann von Luxemburg (1296-1346) und die Böhmischen Bürgergeschlechter. Eine Netzwerkstudie in vergleichender Perspektive

Die Herrschaft Johanns von Luxemburg gilt als wenig städtefreundlich. In der Forschung wurde und wird gerade für das Königreich Böhmen, ein Kernland seiner Herrschaft, die Zäsur betont, die sein Herrschaftsantritt auszeichnete. Das betraf vor allem die traditionelle Königsnähe, die die Beziehungen der Kommunen und ihrer führenden Geschlechter zu den späten Přemysliden ausgezeichnet hatte. Um dieses Bild zu hinterfragen, untersucht das Vorhaben die Interaktionen zwischen dem König und seinem Hof sowie städtischen Personenkreisen in den böhmischen Ländern und vergleicht sie mit seinen west- und südeuropäischen Herrschaftsbereichen.

Durch eine prosopografische Studie werden jene städtischen Personenkreise und Netzwerke ausfindig gemacht, die sich durch besondere Königsnähe, Königsdienste und Präsenz am Hof Johanns auszeichneten. Die Arbeit fragt nach den Chancen wirtschaftlicher, politischer und biografischer Art, die Johanns Hof den Städtern seiner Herrschaftsbereiche bot. Dabei gilt es den politischen Alleinvertretungsanspruchs des Adels in den böhmischen Ländern sowie die besondere Mobilität und personale Unstetigkeit von Johanns Hof zu berücksichtigen, seinen permanenten Geldbedarf, aber auch seine auf adelige Kooperation zielende Herrschaftsidentität als »Erster Ritter Europas«.

Das Vorhaben ist Teil der von Dr. Corinne Geering geleiteten Nachwuchsgruppe »Ostmitteleuropa im Vergleich«.

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