Szoborpark, Denkmal der Räterepublik

Schwerpunkt

Kultur und Imagination

Der Forschungsschwerpunkt fokussiert kulturelle Muster und gesellschaftliche Veränderungsprozesse vom Mittelalter bis zur Gegenwart, die sich in Kunst, Literatur, Architektur und Urbanistik sowie in wissenschaftlichen und politisch-sozialen Konzepten artikulieren. Das Themenspektrum umfasst Machtrepräsentation und Symbolpolitik, Inszenierungen und Instrumentalisierungen von Geschichte und Tradition, den Umgang mit Kulturerbe und Konstruktionen kultureller Kanones, die Bedeutung gebauter Umwelt für kollektive Identitäten, Reflexionen politischer Ordnungen und gesellschaftliche Zukunftsentwürfe. Damit verbindet der Schwerpunkt thematische Vielfalt mit einem klaren Profil durch die Konzentration auf die Sphäre geistig-künstlerischer Imagination und Fiktion, die in ihrem sozialen und politischen Kontext untersucht werden. Im Mittelpunkt stehen das Visuelle und das Narrative, das Interesse schließt aber auch akustische und performative Darstellungsformen ein. Damit eröffnet sich ein breites Feld für interdisziplinäre Studien unter Beteiligung der Kunst- und Architekturgeschichte, der Literatur-, Film- und Musikwissenschaften sowie der Geschichts- und Kulturwissenschaften.

Stifterbild aus einem Fresko in Kaaden

Themenbereiche im Schwerpunkt Kultur und Imagination

Erbe und Kanon

Kulturerbe ist keine Wesenseigenschaft, sondern eine in stetem Wandel befindliche soziale Konstruktion. Der Themenbereich nimmt Erbekonstruktionen und Kanonbildungen in Kunst, Literatur und Architektur in den Blick.

Machtrepräsentationen

Die Repräsentation von Macht im weitesten Sinne war seit jeher eine der zentralen Funktionen der Kunst. Der Themenbereich beleuchtet die Strategien, die Mittel und die Wirkung der Selbstdarstellung politischer, ökonomischer und kultureller Akteure in Mittelalter und Frühneuzeit.

Wissen und Wahrheit

Wissensproduktion und Wahrheitspraktiken in den Auseinandersetzungen um Macht, Politik und Gesellschaft, die Verflechtungen von Wissensfeldern und -weisen und damit die Schnittstellen zwischen verschiedenen Praktiken zur Herstellung von Glauben und Glaubwürdigkeit werden hier untersucht.

Zukunftsentwürfe

Ausgehend vom steigenden Interesse an sozialen Utopien werden in einer historischen Langzeitperspektive radikale Konzepte für eine umfassende Umgestaltung von Gesellschaft und Lebenspraxis untersucht.

Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung

Soziale Umwelt visuell

Nach Formen der Aneignung der realen und sozialen Umwelt durch ein breites gesellschaftliches Spektrum Ostmitteleuropas fragt dieses Projekt. Dabei werden aus der Perspektive der »visuellen Geschichtskultur« exemplarisch einzelne Etappen historischer Entwicklungsprozesse beleuchtet.

Aus der Arbeit im Schwerpunkt Kultur und Imagination

Visuelle Geschichtskulturen

Die seit langem am GWZO erscheinende Reihe wird von Stefan Troebst, Arnold Bartetzky, Steven A. Mansbach und Małgorzata Omilanowska herausgegeben. Der 2017 erschienene Band 17 der Reihe widmet sich dem Thema Geschichte bauen. Architektonische Rekonstruktion und Nationenbildung vom 19. Jahrhundert bis heute.

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Wie lassen sich neo-völkische Geschichtsbilder erforschen?

Im September 2018 sondierte ein Workshop am GWZO populäre Vergangenheitsaneignungen im östlichen Europa. Das von der Archäologin Karin Reichenbach in Zusammenarbeit mit Ralf Hoppadietz von der Universität Leipzig initiierte Expertentreffen widmete sich der Erzeugung und Inszenierung von Geschichtsbildern in populären Kulturen mit Verbindungen zu rechtsextremen Milieus.

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Flyerausschnitt zum GWZO-Workshop Neo-völkische Geschichtesbilder in populären Vergangenheitsaneignungen

Fördermittel für ein internationales Grabungsprojekt

Für die Fortsetzung der Forschungen zu den Červenischen Burgen stellen polnische Forschungsförderer weitere 120.000 Euro Sachmittel zur Verfügung. Damit ist die halbe Million voll, die Marcin Wołoszyn bislang polnischerseits für das Projekt eingeworben hat. Das Projekt wird schon seit geraumer Zeit vom GWZO gemeinsam mit polnischen Forschungsinstitutionen und einer internationalen Expertengruppe verfolgt.

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Grabungen Červenische Burgen

Filmreihe: KosmOst. Science-Fiction-Filme aus Osteuropa 1959-1989

Wie stellte man sich im sozialistischen Osteuropa den technologischen Fortschritt nach der Eroberung des Kosmos vor? Wie wird die strahlende Zukunft des Kommunismus aussehen? Die von dem Filmwissenschaftler Maciej Peplinski konzipierte und in Zusammenarbeit mit Tilman Schumacher organisierte Filmreihe im Leipziger Luru Kino in der Spinnerei ist ein Beitrag zur Rekonstruktion der Entwicklung der filmischen Science-Fiction in ihrer osteuropäischen Variante. Von Januar bis Mai 2019 wird jeden Monat ein Filmbeispiel vorgestellt und diskutiert.

zum Veranstaltungskalender
Filmplakat zum Science Fiction Der Himmel ruft

Team

Die Abteilung Kultur und Imagination

Forschende aus den Disziplinen Archäologie, Geschichtswissenschaft, Armenologie, Kunst- und Architekturgeschichte, Literaturwissenschaft sowie Geschlechter-, Film- und Kulturgeschichte arbeiten gemeinsam an Fragestellungen einer »visuellen Geschichtskultur« von der Spätantike bis heute im weiteren Sinne.

Die Abteilung wird geleitet von Prof. Dr. Arnold Bartetzky.

Gäste

Forschen auf Zeit im Schwerpunkt Kultur und Imagination

Veranstaltungen

Tagungen, Gastvorträge und mehr im Schwerpunkt Kultur und Imagination

20.06.2019
18:30 - 20:00

Vortrag

Mehrfacher Untergang

Kurzvorträge und Gespräch: Das Ende der ostpreußischen Stadt Schirwindt

Ort: GWZO

18.09.2019, 09:00 -
21.09.2019, 18:00

Konferenz

Forum Kunst des Mittelalters | Sektion 16: Diesseits und jenseits der Karpaten

Ort: Bern

18.09.2019, 09:00 -
21.09.2019, 18:00

Konferenz

Forum Kunst des Mittelalters

Sektion 16: Diesseits und jenseits der Karpaten

Ort: Bern

Publikationen

Forschungsergebnisse im Schwerpunkt Kultur und Imagination

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Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2018
ISBN: 978-3-412-50320-8

The book analyzes and compares the architectural characteristics of four Armenian colonies from the beginning of the eighteenth to the turn of the twentieth century: Gherla/Szamosújvár, Dumbraveni/Erzsébetváros, Gheorgheni/Gyergyószentmiklós and Frumoasa/Csíkszépvíz.
The Transylvanian Armenian population played a decisive role in the architecture of Transylvania, and this represents a fascinating feature in the history of Armenians in the world. The analyses compare the architecture of the colonies on four levels. The settlement’s position in the network constitutes the first level. The second level comprises the structure, the building plots and street systems of the settlements. The third level consists of the analysis of the buildings. Finally, the last chapter presents the architectural-sociological interpretation of the townscapes at the turn of the twentieth century.

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Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2018
ISBN: 978-3-412-21104-2

Der Auftaktband der neuen Reihe präsentiert zentrale Texte zur Erforschung der armenischen Geschichte und Kultur teilweise erstmalig in deutscher Übersetzung. Diese Anthologie spiegelt in ihrer breiten thematischen Ausrichtung die zahlreichen historischen und aktuellen Facetten der Erforschung der Armenier in Osteuropa zwischen Narva und der Krim, zwischen Armenierstadt und Astrachan.

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Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2017
ISBN: 978-3-412-50716-9
Open Access

Der Erste Weltkrieg war der erste militärische Konflikt, in dem die Geisteswissenschaften Aufgaben der Propaganda übernahmen. Im Herbst 1914, nach den Zerstörungen in Reims und Leuven, starteten die Mittelmächte mit dem "Kunstschutz" eine Kampagne, die den Vorwurf "deutscher Barbarei" in der Kriegsführung widerlegen sollte.

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Ort: Wien, Köln, Weimar
Herausgeber: Böhlau Verlag
Jahr: 2017
ISBN: 978-3-412-50724-4

Der von dem Mechitaristenmönch Minas Bžškeanć verfasste Reisebericht ist in seinem Genre das erste Gesamtwerk über die Armenier des östlichen Europa. In dem Text schildert der Mönch seine Beobachtungen und konstruiert eine Theorie über die gemeinsame Herkunft der im östlichen Europa lebenden Armenier seiner Zeit. Der 1830 in Venedig herausgegebene Band ist eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen armenischen Gemeinden Ostmittel-, Südost- und Osteuropas und ihres materiellen und kulturellen Erbes. Das Buch ist in drei Hauptteile gegliedert. Nach einem ausführlichen Vorwort folgt die Geschichte der Armenier im Mittelalter und ihrer Verbreitung in Russland, Polen, auf der Krim, in Galizien, Siebenbürgen, Bukowina, Banat, Moldawien, Bessarabien, Bulgarien in Folge der Eroberungen ihres armenischen Kernlandes durch die Seldschuken und die Mongolen. Die Ausgabe bietet eine vollständige deutsche, kommentierte Übersetzung des mittelarmenischen Textes und ist somit die erste Übertragung des Reiseberichts in eine Fremdsprache.