Thema

Bellum et artes

Untersucht werden die Auswirkungen der komplexen kulturellen, politischen und ökonomischen Verflechtungen im Ostseeraum auf die Kunst vor dem Hintergrund der spezifischen Dynamik militärischer Konflikte im Zeitalter der Nordischen Kriege. (abgeschlossen)

Die lavierte Zeichnung von Bartholomäus Strobel zeigt eine Allegorie auf die freien Künste während des Dreißigjährigen Krieges. Aus dem Stammbuch von Heinrich Böhm (1636), Schlossbibliothek Kórnik (PL)

Bellum et artes. Künstlerische Repräsentation in Ostmittel- und Nordosteuropa im Zeitalter der Nordischen Kriege (1554–1721)

Kriege und militärische Konfrontationen, die für Mittel- und Nordosteuropa der Frühneuzeit prägend waren, wirkten sich auf die Künste nicht nur zerstörend aus, sondern bedingten und beförderten gleichermaßen auch ihre Entwicklung. Bei den politischen Parteien steigerten sie das Bedürfnis nach visueller Kommunikation und künstlerischer Repräsentation und waren gleichzeitig ein Motor für Künstlermigration. Ob auf der Suche nach neuen Gönnern und Gönnerinnen sowie nach Absatzmärkten oder auf der Flucht vor Kriegshandlungen, setzten sich viele Künstler in Bewegung und bewirkten einen immensen Transfer von Ideen, Konzepten und Methoden. Transloziert wurden auch die Kunstwerke selbst, und dies in bis dahin ungekanntem Maße, nicht zuletzt als Kriegsbeute. Welche Strategien die Protagonisten verfolgten, wie sich die transregionalen Verflechtungen auf die Kunstentwicklung auswirkten und wie wirksam das Erbe dieser Zeit bis heute bleibt, wird anhand von Fallbeispielen untersucht, die jeweils die Künstler, Auftraggeber und Auftraggeberinnen oder Objekte in den Blick nehmen.

Das von Dr. Agnieszka Gąsior bearbeitete Vorhaben war Teil des Forschungsprogramms 2014-2019.