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Museale Architekturdörfer

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Museale Architekturdörfer in den Jahrzehnten um 1900 wurden im Zusammenhang mit Landesausstellungen und der Gründung von Nationalmuseen dauerhaft in verschiedenen europäischen Ländern realisiert. Das Projekt fokussiert die Doppelperspektive solcher Ensembles: als kulturelle Selbstbestätigung nach innen wie auch als Adressierung des Eigenen nach außen.

Das »ethnographische Dorf« auf der Milleniumsausstellung von 1896 in Budapest
Das »ethnographische Dorf« auf der Milleniumsausstellung von 1896 in Budapest, Fortepan, © Budapest Főváros Levéltára [Archiv der Hauptstadt Budapest] Sign.: HU.BFL.XV.19.d.1.09.029

Museale Architekturdörfer. Kontaktzonen des Eigenen im transnationalen Austausch

Gegenstand der Untersuchung sind museale Architekturensembles, die im ausgehenden 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Landesausstellungen und der Gründung von Nationalmuseen errichtet wurden. Diese monumentalen Komplexe, welche die bisher unterrepräsentierte bauliche Kultur eines Landes oder einer Region ›lebensecht‹ darstellen sollten, fungierten sowohl als kulturelle Selbstbestätigung nach innen wie auch als Adressierung des Eigenen nach außen. Auf diese Doppelperspektive fokussierend werden vier Ensembles untersucht: Turin (1884), Budapest (1896), Helsinki (1909), Barcelona (1929).

Als Teil des komparativen Forschungsvorhabens in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum wird am GWZO das Fallbeispiel der Milleniumsausstellung von 1896 in Budapest bearbeitet. Von besonderem Interesse sind dabei die Präsenz der Architekturensembles in der zeitgenössischen Populärkultur, die Vernetzung der Ausstellungskonzeption mit den entstehenden modernen Kulturdisziplinen und die Art und Weise der musealen Repräsentation von Bauten, die als kanonfähig angesehen wurden und zum Teil gleichzeitig von der Modernisierung bedroht waren.

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