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Künstlerkolonien

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Das Vorhaben betrachtete die Künstlerkolonien nicht nur als Arbeitsgemeinschaft gleichgesinnter Malerinnen und Maler, sondern auch als utopischen Entwurf einer Lebensgemeinschaft. Die künstlerische Arbeit in ländlichen Gegenden wurde dabei als Teil einer weltanschaulichen, politischen, sozialen und Geschlechteremanzipation verstanden.

Gruppenporträt der Künstler in Técső

Künstlerkolonien im östlichen Europa. Kunsterneuerung und gesellschaftliche Utopie

Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs hatten Künstlerkolonien Hochkonjunktur. Künstler und Künstlerinnen suchten nach neuen Formen des schöpferischen Austauschs außerhalb des akademischen Kunstbetriebs und nach einem Gemeinschaftsleben weitab der Großstädte. Auch in der östlichen Hälfte Europas entstanden Siedlungen, von denen nicht wenige neben einem künstlerischen Programm auch einen lebensreformerischen Charakter hatten, der besonders in den 1910er und 1920er Jahren ausgeprägt war. Zu Fallbeispielen der Untersuchung gehörten polnische Künstlerkolonien (Zakopane, Kazimierz Dolny, Szklarska Poręba), ungarische Künstlerdörfer (Gödöllő, Szolnok, Nagybánya), das rumänisch-bulgarische Balchik, russische Künstlerzirkel oder auch die vom rumänischen Künstler und Architekten Marcel Janco 1953 in Israel gegründete »dadaistische« Kolonie Ein Hod. Im Zentrum des Interesses stand das utopische Potential der Siedlungen von der Zeit ihrer Gründung bis in die Gegenwart.

Das Vorhaben war Teil des BMBF-geförderten Forschungsprogramms »Soziale Umwelt visuell« (2017–2019) und wurde im Rahmen des Themenbereichs »Zukunftsentwürfe« bearbeitet.

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